Über bortle7.de

Herzlich willkommen bei bortle7.de. Ich heiße Malte, wohne in Hamburg und fotografiere seit Ende 2020 den Nachthimmel.

Während der ersten Phase der Corona-Pandemie hatte ich viel Zeit und so beschloss ich, mir ein Teleskop zu kaufen. Damit wollte ich erst mal nicht fotografieren, sondern mit dem Auge beobachten. Dass von Hamburg-Mitte aus nur wenig zu sehen ist, wusste ich schon. Aber ich wollte der Sache mal eine Chance geben. Und den Mond, Saturn, Jupiter und Mars mal „in echt“ zu sehen ist schon eine tolle Erfahrung.

Ich bei einer Unternehmensveranstaltung

Erste Schritte in der Astrofotografie

Nach einem Monat Recherche habe ich mich für ein Newton-Teleskop Skywatcher 150P auf einer Skywatcher EQ3-Montierung entschieden. Ich wollte mir mit dem Kauf einer parallaktischen Montierung die Option offenhalten, vielleicht doch einmal zu fotografieren. Nach einigen Mondsessions auf dem Balkon hielt ich mal das Smartphone vor das Okular. Das Mondbild war gar nicht so übel, und so begann es. Der nächste Schritt war dann, meine vorhandene Kamera (Canon EOS M100) ohne Objektiv an das Teleskop anzuschließen. Sobald das geschafft war entstanden die ersten ernstzunehmenden Mondbilder und der Weg zur Deep Sky-Fotografie war geebnet. Später wurde mir klar, dass die M100 ziemlich gut für Astrofotografie geeignet ist. Sie gilt als Kamera mit einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse.

Das Teleskop habe ich weiterhin und ich bin damit sehr zufrieden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des 150P ist wirklich unschlagbar. Astrofotografen verwenden in der Regel die fotografische PDS-Version dieses Teleskops mit einem etwas größeren Fangspiegel und einem Okularauszug mit Feinjustierung. Da meine Kamera einen APS-C-Sensor hat, kann ich auf den größeren Fangspiegel aber gut verzichten. Ich denke sogar, dass der etwas kleinere Spiegel des 150P wegen der geringeren Abschattung des einfallenden Lichts von Vorteil ist. Die Feinjustierung des PDS und der stabilere Okularauszug sind ziemlich hilfreich. Das ist auch der Grund, weshalb ich den Okularauszug nachträglich ersetzt habe.

Rückblickend würde ich sagen, dass ich mir mit meinem heutigen Wissen dennoch das 130PDS gekauft hätte. Das geringere Gewicht und die kleinere Brennweite (650mm vs 750mm) würden die Nachführung sicher vereinfachen.

Die EQ3-Montierung allerdings habe ich nach einigen Monaten durch eine Skywatcher EQ5 ersetzt. Die EQ3 ist für eine Spiegelteleskop mit 5kg Gewicht viel zu wackelig. Auch die EQ5 ist mit Teleskop, Kamera und diversem Zubehör an der Belastungsgrenze. Für eine stärkere Montierung hatte und habe ich aber kein Budget.

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Sechs Monate Belichtungszeit flossen in dieses Bild mit einer Solarcan

Weshalb bortle7?

Da ich in Hamburg Mitte wohne, eingeklemmt zwischen dem Hamburger Hafen und dem Airbus-Werk, habe ich auf meiner Terasse eine ziemlich starke Lichtverschmutzung, die ich auf Bortle 7 schätzen würde. Das bedeutet, dass nur die größten Sternbilder sichtbar sind. Da ich trotz dieser Widrigkeiten versuche, gute Bilder zu machen, habe ich meine Domain entsprechend benannt.

Mein Ansatz bei der Astrofotografie

Meine wenigen Deep Sky-Versuche von meiner Terasse ergaben zwar immer ein Bild, befriedigend war das aber aufgrund der Lichtverschmutzung nicht. Daher fahre ich inzwischen für ungefilterte RGB-Aufnahmen ausnahmslos 30-40 Kilometer aus Hamburg raus. Von daheim mache ich bloß Schmalband-Aufnahmen mit dem h alpha-Filter.

Als werktätiger Mensch mit drei Kindern bleibt mir nicht viel Zeit, diesem Hobby nachzugehen. Das schlechte Hamburger Wetter reduziert die Aufnahmenächte noch einmal deutlich. Daher verfolge ich einen Low Budget-Ansatz. Ausgaben von vielen tausend Euro wären für mich nur zu rechtfertigen, wenn ich wesentlich öfter Zeit und gute Bedingungen hätte. Ich habe daher anständiges Equipment, das aber sicher Einsteiger-Equipment genannt werden muss.

Zwei Aufnahme-Setups

Nach gut einem Jahr reifte in mir der Entschluss, nicht nur mit dem Teleskop, sondern auch mit kürzeren Brennweiten zu fotografieren. Das Fotografieren mit dem Teleskop ist schon recht anspruchsvoll und viele der Schwierigkeiten erübrigen sich bei kurzen Brennweiten. Die alte EQ3 trägt inzwischen gelegentlich eine Kombination aus EOS M100 und einem Objektiv (50mm oder 70-200mm). Guiding, also die Kontrolle der Nachführung mithilfe eines zweiten Optik, ist bei 50mm Brennweite nicht notwendig. Auch mit dem Teleobjektiv habe ich bereits ohne Guiding Belichtungszeiten von deutlich über einer Minute geschafft.

Im Idealfall nehme ich mit dem Skywatcher auf der EQ5 und einem Objektiv auf der EQ3 parallel auf. Ist die Zeit knapp, entscheide ich mich für eines der beiden Setups. Nehme ich nur mit einem Objektiv auf, kann ich auf der EQ5 guiden und habe bei ausnahmslos jeder Aufnahme perfekt runde Sterne.

Meine Ausrüstung

Kameras
Canon EOS M100
Canon EOS M100a(c)
Touptek G3M-178-M

Montierungen
Skywatcher N-EQ5 (Riemen-Modifikation)
Skywatcher N-EQ3, unguided

Optiken
Skywatcher 150P (750mm Brennweite) mit Baader MPCC Mk III
Canon EF 70-200mm f4,0 L USM
Canon EF 50mm f1,8 STM

Filter
Astronomik h-Alpha 12nm Clip-In

Guiding
Svbony SV165 30mm Guidescope
Raspberry Pi mit astroberry und Ekos

Kontakt

Ihr könnt mich kontaktieren unter kontakt@bortle7.de

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