Deep Sky-Fotografie des Sternbild Schwan (Cygnus) mit Nordamerikanebel (NGC 7000), aufgenommen mit einem Canon EF Objektiv 50mm f1.8 STM bei f4,0
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Sternbild Schwan (Cygnus)

Deep Sky-Fotografie des Nordamerikanebel (NGC 7000) und des Pelikannebel (IC 5070) im Sternbild Schwan, aufgenommen mit einem Canon EF 70-200mm f/4L USM bei 140mm Brennweite und f4,5
Nordamerikanebel und Pelikannebel im Sternbild Schwan

Das Sternbild Schwan ist insbesondere in den Sommermonaten nahe dem Zenit zu sehen. Es ist leicht als Kreuz aus hellen Sternen zu erkennen, die an die Kontur eines Schwans erinnern. Am auffälligsten sind die Sterne Deneb (der den Schwanz des Schwans markiert) und Sadr, im Bild etwas links und rechts der Mitte zu sehen. Beide sind so hell, dass sie in der Dämmerung gemeinsam mit Wega zu den ersten Sternen zählen, die sichtbar werden.

Da das Sternbild ziemlich groß ist, sehen wir im Bild nur den Ausschnitt, der den Schnittpunkt des Kreuzes (im Stern Sadr) zeigt. Der Schwan liegt im Band der Milchstraße, man blickt also in Richtung des galaktischen Zentrums. Das helle Sternenband wird von vielen Dunkelnebeln, „Great Rift“ genannt, abgeschattet. Dadurch entstehen starke Kontraste, die auch beim Blick mit bloßem Auge oder dem Fernglas auffallen. Besonders auffällig ist der „Nördliche Kohlensack“ rechts vom Stern Deneb, der die Milchstraße bis Sadr fast komplett abschattet.

Die sternlose h-alpha-Aufnahme

Die im Bild sichtbaren Deep Sky-Objekte sind kaum zu zählen. Am auffälligsten sind der Nordamerikanebel und sein Nachbar, der Pelikannebel. Unten links in der Ecke sieht man den offenen Sternhaufen Messier 39, rechts von Sadr Messier 29. Besonders spannend finde ich die Reflexionsnebel NGC 6914, links von Sadr. Man muss schon genau hinschauen, aber sie sind klar erkennbar. Sadr ist umgeben vom Schmetterlingsnebel.

Rechterhand von Sadr ist der Sichelnebel zu erkennen, noch weiter rechts der Tulpennebel. Am rechten unteren Bildrand deutet sich der Schleiernebel an, die Überreste einer Supernova.

Obwohl die h-alpha-Nebel in der Aufnahme gut rüber kommen, lohnt sich ein Blick auf die sternlose h-alpha-Aufnahme.

Lessons learned: h-alpha in RGB integrieren

Deep Sky-Fotografie der Sadr-Region mit IC 1318 und NGC 6910 im Sternbild Schwan, aufgenommen mit einem Skywatcher 150P bei 750mm Brennweite und f5
Die Sadr-Region im Sternbild Schwan

Ich habe bei dieser Aufnahme eine recht bequeme Möglichkeit gefunden, das sternlose h-alpha in das RGB-Bild zu integrieren. Und zwar habe ich in GIMP eine Ebene mit dem sternlosen h-alpha im Modus „Addition“ über das RGB gelegt. Die h-alpha-Ebene wird dann auf rot reduziert, und das war es eigentlich auch schon. Der Schwarzpunkt muss so gesetzt sein, dass Regionen ohne nennenswertes h-alpha nicht rötlich gefärbt werden.

Auffällig fand ich noch, dass ich im Bild keinerlei Gradienten gefunden habe. Zumindest konnte ich das Bild mit GraXpert nicht verbessern.

Aufnahmedaten

Astrometrie

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