Deep Sky-Fotografie des Kugelsternhaufens "Messier 3", aufgenommen mit einem Skywatcher 150P bei 750mm Brennweite und f5
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Messier 3

Messier 3 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Jagdhunde und nach Messier 13 der größte von Deutschland aus sichtbare Kugelsternhaufen. Er ist rund 34.000 Lichtjahre entfernt und besteht aus einer halben Million Sternen. Man findet den Haufen am Frühlingshimmel zwischen den Sternen Arktur und Cor Caroli, allerdings braucht man dafür schon ein Fernglas, oder noch besser ein Teleskop. Ohne Hilfsmittel ist M3 schwer zu entdecken.

Kugelsternhaufen gehören zu den ältesten Objekten im Universum. M3 ist Schätzungen zufolge 11,4 Mrd. Jahre alt. Wie genau Kugelsternhaufen entstehen bzw. entstanden sind, ist nicht abschließend geklärt.

Zoomt man in das Bild, so erkennt man im Sternhaufen einige blaue Sterne. Man könnte meinen, dass diese Sterne jünger sind als die sie umgebenden, gelb-weißen Sterne. Das ist aber nicht der Fall. Es handelt sich um „Blue Stragglers„, das sind alte Sterne, die aufgrund ihrer ungewöhnlich hohen Masse blau erscheinen.

Am unteren Rand des Bildfeldes ist die Spiralgalaxie NGC 5263 gut zu erkennen. Bei genauerem Hinsehen finden sich noch viele weitere, deutlich kleinere Galaxien im Bild. Links oberhalb des Sternhaufens gibt es einen Galaxienhaufen, der aber kaum zu erkennen ist. Dafür hätte es mehr Brennweite und Belichtungszeit gebraucht. Das Bildfeld ist allerdings sehr arm an Sternen. Das liegt daran, dass sich M3 ziemlich isoliert weit außerhalb der galaktischen Ebene der Milchstraße befindet.

Lessons learned

In der Aufnahmenacht ging einiges schief beim Guiding. Allein mit den Fehlern, die ich an dem Abend gemacht habe, könnte ich einen How (Not) To-Artikel schreiben. Im Wesentlichen waren das:

  • Schraube des Achsenkreuzes nicht fest ans Stativ angezogen, sodass die Montierung Spiel gegenüber dem Stativ hatte
  • Ich habe die Schraube dann angezogen, wodurch sich die Positionierung der Montierung verändert und die Einnordung verloren hat
  • Balance des Teleskops vor dem Kalibrieren nicht geprüft
  • Nach Beheben dieser Fehler das Guiding nicht neu kalibriert
  • Ein Kabel zwischen Teleskop und Montierung hat sich während der Nacht straff gezogen

Die Bildbearbeitung dauerte viel länger als mir lieb war. Es gab dabei zwei Schwierigkeiten:

  • Ich habe die Sternfarben nicht vernünftig hinbekommen. Ich vermute den Grund im asinh-Stretch, den ich eigentlich standardmäßig anwende. Obwohl die Sättigung des Bildes gut erhalten wird, verschieben sich die Sternfarben dabei leicht ins violette. Ich war auch irritiert davon, dass viele Bilder im Netz den Sternhaufen eher bläulich zeigen, so auch mein erstes Referenzbild. So schön das auch aussieht, so falsch ist es aber. Der Gesamteindruck des Sternhaufens ist gelblich-weiß, was auch durch den B-V-Farbindex-Wert von 0,69 bestätigt wird.
  • Ich habe den Kern des Sternhaufens separat gestretcht, um ihn nicht ausbrennen zu lassen Es hat eine Weile gedauert, bis ich einen vernünftigen Übergang zum Rest des Bildes hatte. Mein anfänglicher Versuch, nur einen einzigen Stretch zu machen, ist kläglich gescheitert. Entweder war der Kern ausgebrannt, oder der Sternhaufen zu klein im Durchmesser.

Referenzbild 1: Markus Blauensteiner / Oliver Schneider

Referenzbild 2: Mario Weigand

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