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Doppelmontage für Widefield-Astrofotografie

Eine zentrale Frage bei der Astrofotografie lautet: „Wie kann ich meine Belichtungszeit steigern?“ Es gibt im Wesentlichen diese Möglichkeiten:

  1. die Zahl der Aufnahmesessions erhöhen
  2. eine Optik mit schnellerem Öffnungsverhältnis verwenden
  3. nicht nur mit einem Setup, sondern mit zwei (oder sogar drei) fotografieren

Als Astrofotograf nutzt man ohne nahezu jede Möglichkeit zum Fotografieren. Da gibt es in der Regel nichts zu steigern. Bei der Widefield-Fotografie kommt man in den Genuss relativ schneller Optiken. Ich bin  mit einer Blende von höchstens 4,5 (Teleopjektiv) oder 4,0 (Normalobjektiv) unterwegs. An diesem Punkt könnte man zwar etwas verbessern, aber nur mit hohen Ausgaben für bessere Objektive. Eine Verdoppelung des Signals ist beim Kauf teurer Objektive auch nicht unbedingt drin.

Meine Lösung für mehr Belichtungszeit lautet, einfach zwei Kameras auf einer Montierung laufen lassen.

Zwei Kameras sind besser als eine

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man braucht nur eine Montierung, das spart Zeit beim Auf- und Abbau. Man muss auch nicht zwei Kameras einzeln ausrichten, sondern richtet beide gemeinsam aus. Auch für den Urlaub ist das ein leichtes, gut zu transportierendes und sehr potentes Setup.

Ich bin günstig an eine weitere Canon EOS M100 gekommen und habe sie für wenig Geld bei Markus Meel astromodifizieren lassen. Dann habe ich mir ein weiteres Normalobjektiv Canon EF 50mm f1,8 STM besorgt. Es ist hervorragend für die Astrofotografie geeignet, zumindest wenn man bereit ist, es auf 3,5 oder 4,0 abzublenden.

Bei der Befestigung fiel meine Wahl auf die Montageschiene von Koolehaoda (amazon), wobei man noch eine zweite Klemme für die zweite Kamera braucht. Die Teile sind sauber verarbeitet und mit rund 60 Euro sehr erschwinglich. Diese Lösung hat den Vorteil, dass die Kameras schnell angebracht und wieder abgeschraubt werden können. Da die Kamera nicht direkt auf die Schiene geschraubt wird, sondern „aufgebockt“ wird, bleibt an der Unterseite der Kamera genug Platz für den Anschluss des Akkudummys.

Jetzt braucht man noch einen stabilen Kugelkopf, den man als Widefield-Fotograf aber ohnehin hat. Der erste Einsatz damit war sehr erfolgreich.  Der Preis für das Gesamtpaket zur dauerhaften Verdoppelung der Belichtungszeit betrug 450 Euro.

Bei der Vorbereitung des Setups muss man aber gewissenhaft sein: Die Kameras sollten sehr genau in dieselbe Richtung zeigen, damit die Bilder möglichst deckungsgleich sind.