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Größenvergleich Skywatcher EQ3, EQ5, HEQ5 & EQ6

Von links nach rechts: EQ6-R Pro, HEQ5 Pro, EQ5, EQ3

Die Montierung ist bei der Astrofotografie der wichtigste Teil der Ausrüstung. Denn wenn die Montierung die Optik nicht gut nachführt, verliert man viel Belichtungszeit durch Wackler und kann im Extremfall gar nicht fotografieren.

Die Montierungen von Skywatcher bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind daher sehr beliebt. Die EQ3, EQ5, HEQ5 und EQ6 sind die wichtigsten Montierungen von Skywatcher. Die Produktfotos in den Online-Shops schaffen leider keinen guten Eindruck von den Größen der vier Montierungen. Daher habe ich meine drei Montierungen neben die EQ6-R meines Astrofreundes gestellt und ein paar Bilder gemacht, um einen Vergleich zu ermöglichen. Die Montierungen unterscheiden sich erheblich in Größe und Gewicht.

 

Inhalt

Technische Daten
Tragfähigkeit
Schneckenperiode

Technische Daten

EQ3EQ5HEQ5 ProEQ6-R Pro
Gewicht Achsenkreuz3,2 kg4 kg10 kg16 kg
Gegengewichte1,8 kg & 3,4 kg2 x 5 kg2 x 5 kg2 x 5 kg
max. Belastung visuell5 kg10 kg14 kg20 kg
max. Belastung fotografisch3,3 kg6,6 kg9 kg13 kg
geeignet für (max.)kleine Apos und TeleobjektiveNewton 5"Newton 6"Newton 8"
Schneckenperiode598,4 Sekunden (144 Zähne)638,2 Sekunden (135 Zähne)478,7 Sekunden (180 Zähne)

Tragfähigkeit

Der Hersteller und die Händler geben sehr optimistische Werte für die Tragfähigkeit an. Diese beziehen sich meist auf das visuelle Beobachten. Als Faustregel gilt, dass man bei der Astrofotografie maximal 2/3 der vom Hersteller angegebenen visuellen Tragfähigkeit ausreizen sollte. Und auch das ist nach meiner Erfahrung sehr optimistisch. Will man auf der sicheren Seite sein, sollte man nicht mehr als 50% aufladen.
  • Die EQ3 wird von deutschen Händlern gerne mit einem 6″-Newton verkauft. Damit ist diese schmächtige Montierung hoffnungslos überladen, auch bei visueller Beobachtung. Ich würde auf die EQ3 nicht mehr als ein kleines Teleobjektiv oder einen kleinen Apo setzen. 3 Kilogramm dürften hier das Limit sein.
  • Die EQ5 wird üblicherweise mit einem 8″-Newton angeboten und ist damit ebenfalls völlig überfordert. Ich habe lange Zeit mit meinem 6″-Newton auf der EQ5 fotografiert, und das war schon grenzwertig. Ich lege mich auf einen 5″-Newton als Limit für die EQ5 fest, wenn möglich sollte man unter 5 Kilogramm Beladung bleiben.
  • Die HEQ5 ist schon recht solide und trägt nach meiner bisherigen Erfahrung mein 6″-Newton mit rund 7 kg Gesamtgewicht ohne Probleme. Zumindest wenn sich der Wind in Grenzen hält. Sobald es spürbar windet sieht man die Windstöße schon im Guiding-Graph. Der Newton bietet einfach viel Angriffsfläche für den Wind. Das sollte man bei der Kaufentscheidung bedenken.
  • Zur EQ6 kann ich nur aus zweiter Hand etwas sagen. Ein 8″-Newton mit kompletter fotografischer Ausstattung ist für die EQ6 auf jeden Fall kein Problem. Gegen Wind ist auch die EQ6 nicht immun, aber auf jeden Fall robuster als die HEQ5. Bei 10″ wäre ich allerdings schon skeptisch, aber das entzieht sich meiner Erfahrung.

Schneckenperiode

Die parallaktischen Montierungen von Skywatcher werden über eine Schneckenwelle angetrieben, die in die Zähne der RA-Achse greift. Aus der Anzahl der Zähne ergibt sich die Schneckenperiode. Das ist die Zeit, die die Schnecke für eine volle Umdrehung braucht. Dieser Wert ist wichtig, wenn man den periodischen Fehler der Montierung einschätzen möchte. Man sollte ihn auch kennen, wenn man den PECC-Algoythmus (Predictive Periodic Error Correction) in phd2 nutzt. Die Formel zur Ermittlung der Schneckenperiode lautet:

86164 s / Anzahl Zähne

Für die HEQ5 wäre die Rechnung:

86164 s / 135 = 638,2 s

Die 86164 Sekunden entsprechen der Dauer einer Erdrotation. Das sind nicht etwa 24 * 60 * 60 = 86.400 Sekunden, wie man meinen könnte. Eine Erdrotation dauert 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden, also 86164 Sekunden.