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Guiding-Fehler, die man vermeiden sollte

Das Guiding ist sicher einer der schwierigeren Aspekte der Astrofotografie. Wenn das Guiding nicht rund läuft, hat man wenig Freude. Die folgende Liste mit Tipps im Umgang mit PHD2 basiert auf Fehlern, die ich selber gemacht habe. Sie wird laufend erweitert 🙂

  • ausreichend lange Belichtungszeit wählen
    • Ist die Belichtungszeit zu kurz, findet PHD2 mitunter nicht genügend Leitsterne. In den verbleibenden Sternen kann PHD2 von Aufnahme zu Aufnahme keine ausreichenden Unterschiede in der Sternform feststellen. Im Ergebnis hat PHD2 kaum Anhaltspunkte für die Sternbewegung. Das äußert sich durch eine starke Konzentration der Treffer im „Trefferverteilung“-Diagramm (Bulls Eye) auf ein knappes Dutzend Punkte, wenn die Treffer eigentlich fein über die Scheibe verteilt sein sollten. Ich hatte dieses Problem mit einer alten Guide-Kamera von Touptek (GP 1200 KPB) und konnte es Problem durch Erhöhung der Belichtungszeit auf 6-7 Sekunden lösen. Noch besser ist der Einsatz einer empfindlichen Mono-Kamera, wie z.B. der Touptek G3M-178-M.
  • Achsenkreuz fest anziehen
    • Beim Aufbau der Montierung muss man das Achsenkreuz wirklich fest mit dem Stativ verbinden. Ist die Schraube nicht fest angezogen, ist der ganze Aufbau instabil und ein gutes Guiding ist unmöglich.
  • Teleskop sauber ausbalancieren
    • Guidet man mit einer parallaktischen Montierung, muss das Teleskop gut ausbalanciert sein. Die Deklinationsachse sollte perfekt in der Balance sein. Die Rektaszensionsachse sollte ein leichts Ungleichgewicht haben, sodass der Motor die Seite mit dem etwas höheren Gewicht „hochziehen“ muss. Dadurch wird ein ständiger Kontakt der Zahnräder erreicht. 
  • Achsensymmetrische Beladung
    • Um das Teleskop sauber zu balancieren, muss das Equipment achsensymmetrisch angebracht sein. Beispiel: Wenn man das Guidescope seitlich in den Sucherschuh des Teleskops schraubt, ist das Teleskop auf einer Seite der Achse schwerer. Dadurch kann man die Deklinationachse nicht mehr ausbalancieren. Wenn man die DEC-Achse nicht ausbalancieren kann, kann man auch die RA-Achse nicht ausbalancieren.
  • Sidereales Tracking
    • Das Tracking der Montierung muss auf „sidereal“ eingestellt sein, damit die Montierung exakt mit der Rotationsgeschwindigkeit der Erde nachführt. Steht es auf „lunar“ oder „solar“, führt die Montierung zu langsam oder zu schnell nach.
  • Hebel minimieren
    • Das Trägheitsmoment der Beladung der Montierung steigt quadratisch mit dem Abstand zur Montierungsachse. Mit anderen Worten: Der Hebel, den das Gewicht der Beladung auf die Montierung ausübt, steigt enorm an, wenn das Gewicht weit von der Achse entfernt ist. Gegengewichte sollten möglichst am oberen Ende der Gegengewichtsstange befestigt werden, auch wenn man ein zusätzliches Gewicht verwenden muss. Der Okularauszug mit Kamera sollte nach innen gedreht werden und keinesfalls nach außen zeigen.
  • Nach Änderungen am Aufbau neu kalibrieren
    • Ändert man während der Session etwas am Aufbau des Teleskops, muss man in der Regel eine neue Kalibrierung starten.